Veröffentlichungen

Cover Buch DBAE

Rezension

Das Bild als Ereignis.
Zur Lesbarkeit spätmittelalterlicher Kunst mit Hans-Georg Gadamer, hrsg. von Dominic E. Delarue, Johann Schulz und Laura Sobez

Für den Heidelberger Philosophen Hans-Georg Gadamer ist ein Kunstwerk kein statisches Objekt, sondern ein sich wandelndes Subjekt, das uns dialogisch gegenübertritt. Kunstwerke sieht Gadamer in ihrem prozesshaften Wesen bestimmt, die im Vollzug überhaupt erst zu ihrem vollen Sein gelangen – der Sinn von Kunst geschieht. Das „Bild als Ereignis“ bezeichnet somit viel mehr als nur einen materiellen Bildträger und einen darüber vermittelten geistigen Gehalt, sondern ein dynamisches Sinngeschehen zwischen Werk und Betrachter. Ausgehend von diesen Überlegungen Gadamers sollen in vorliegendem Band unterschiedliche Formen spätmittelalterlicher Kunst neu diskutiert und so eine Erweiterung kunsthistorischer Betrachtungsweisen angeregt werden. Die Beiträge sind alle aus dem gleichnamigen Kolloquium hervorgegangen, das im Februar 2011 in Heidelberg stattgefunden hat, und widmen sich sowohl theoretischen Fragestellungen als auch der Analyse einzelner Objekte im Kontext des Ereignisbegriffes von Bildern. Inhaltsverzeichnis

Cover Katalog

Lebensräume Gestalten.
Heinrich Metzendorf und die Reformarchitektur an der Bergstraße

Heinrich Metzendorf (1866–1923) ist heute vor allem als Architekt zahlreichen gediegen-repräsentativen Villenbauten der Jahrhundertwende entlang der Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg bekannt. Sein Werk ist jedoch wesentlich vielgestaltiger als meist angenommen. So umfasst es neben Entwürfen für den Siedlungsbau, öffentlichen Bauwerken, wie Schulen und Rathäusern, Sakralbauten und Fabrikanlagen auch Aussichtstürme, Grabmale, Gartenanlagen und Raumensembles.

Der vorliegende Band stellt Metzendorfs Werk erstmals in seiner gesamten Vielfalt anhand meist noch unveröffentlichten Planmaterials vor und ordnet einzelne Werke in ihren kunst- und kulturhistorischen Kontext zwischen Historismus, Jugendstil und Reformarchitektur ein. Dabei versteht sich der Band einerseits als Monographie zur Person Heinrich Metzendorfs und den Arbeiten seines Architekturbüros, andererseits als exemplarische Studie zur Rezeption moderner Gestaltungsideen und Weltanschauungen in der Peripherie einer Kunstmetropole, wie sie das nahe Darmstadt um die Jahrhundertwende war.

Wesentliche Beiträge sind Fortführungen von Arbeiten eines Projektseminars der Herausgeber an der Universität Heidelberg. Das Buch ist zugleich auch Begleitband zu einer gleichnamigen Ausstellung im Museum der Stadt Bensheim und dem Universitätsmuseum Heidelberg